MINT-EC-Digitalforum

“VUCA – meine digitale Zukunft und Ich”, so hieß das diesjährige MINT-EC-Digitalforum 2021, das am 26.02.2021 stattfand. Zum ersten Mal wurde es, wie der Name schon sagt, digital ausgetragen. Für alle Beteiligten war dies eine neue Erfahrung. Trotz der massiven Umstellung war die Veranstaltung sehr spannend und informativ. 

Einen Monat zuvor musste man sich über die MINT-EC Website anmelden und jeweils einen Workshop (WS) und Fachvortrag (FV) aussuchen. Mitmachen konnten alle die mindestens 16 Jahre alt sind. Die Auswahl war sehr groß und leider konnte man sich nur für jeweils einen Workshop und Fachvortrag entscheiden, aber dann hatte man umso mehr Spaß, da einen das Thema sehr interessierte. Insgesamt standen für die Schüler 26 WS und 4 FV zur Verfügung. Die Lehrer mussten sich zwischen einer geringeren Anzahl an WS entscheiden, konnten aber an denselben FV teilnehmen.

Wir, Ilana und Jonas (Q2), besuchten beide den Fachvortrag 03 mit dem Thema „Von Kristallen über dünnes Eis hin zu künstlicher Intelligenz – das Leben eines Strukturbiologen in Zeiten einer Pandemie“. Ilana nahm am Workshop 09 teil „Die Netflix Challenge, Empfehlungssysteme und was das mit Mathe zu tun hat“, während Jonas lieber bei Workshop 10 „Naturwissenschaften, und wie sie die Welt verändern: Ohne Werkstoffe gibt es keine Erfindungen, auch nicht in der Online-Welt“ teilnahm.

Die Veranstaltung lief von 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr, mit einem für jeden zugeschnittenen Plan. Es gab jeweils eine Gruppe A und eine Gruppe B. Der Unterschied bei diesen Gruppen bestand nur im Ablauf, wenn die einen ihren WS und FV vormittags hatten, hörten sich die anderen eine Paneldiskussion an und besuchten den Bildungsmarkt. Wir waren beide in der Gruppe A, weshalb bei uns nach der Anmeldung eine Keynote Speech anstand, daraufhin eine Paneldiskussion und der zweistündige Besuch auf dem Bildungsmarkt. Die genutzte Plattform war sehr fortschrittlich, weshalb der Bildungsmarkt ziemlich hilfreich und informativ war. Verschiedene Hochschulen, Universitäten, Konzerne etc. stellten sich vor und beantworteten anschließend allerlei Fragen, zu ihrem Beruf, den Angeboten, Werdegängen etc. Was uns besonders gefiel, war, dass jede Person einen eigenen kreisförmigen Avatar hatte, mit dem man sich in den verschiedenen Räumen bewegen konnte und bei Bedarf dieser auch ein Bild oder sogar eine Live-Kameraübertragung anzeigte. Je näher man an einer sprechenden Person oder einem Video dran war, umso lauter wurde der Ton.

Fast die ganze Veranstaltung wurde vom Science Youtuber und Forscher Jacob Beautemps moderiert. Der ein oder andere kennt wahrscheinlich seinen Youtubekanal Breaking Lab.

Parallel zum Bildungsmarkt gab es auch zweimal ein sogenanntes Netzwerk-Karussell, welches wir jedoch nicht ausprobierten, da die Zeit dazu nicht mehr reichte.

Anschließend gab es eine Abstimmung und Siegerehrung für den Wettbewerb MINT-EC SchoolSlam mit British Council und ein Konzert von der Vokalband Delta Q, während einer verkürzten Mittagspause, da leider zuvor etwas überzogen wurde.

Nun kam es zu den Fachvorträgen mit dem Allgemeinen Thema „Transformationsprozesse, Veränderung in der Arbeitswelt“. In dem FV den wir besucht haben, ging es um: den Aufbau von Proteinen; Die Werkzeuge eines Strukturbiologen: Cryo-Elektronenmikroskopie – pro und contra, Proteinkristallographie, Strukturvorhersage; Googles Deepmind – Alphafold2; wie wichtig Strukturbiologen sind, vor allem bei SARS-COVID-2 und wie Kristalle bzw. dünnes Eis und künstliche Intelligenz miteinander verbunden sind.

Nach dem Fachvortrag starteten sofort unsere Workshops, wo wir einzeln zusammenfassen werden, was wir gelernt und erfahren haben, da sich unsere Wege an dieser Stelle trennten.  

Beim Workshop 09 „Die Netflix Challenge, Empfehlungssysteme und was das mit Mathe zu tun hat“, ging es primär um die eigene Entwicklung und die Funktion eines Empfehlungssystems. Bei der Netflix Challenge ging es darum, dass Konzerne das Empfehlungssystem von Netflix um mind. 10% verbessern sollen. Uns wurde die Strategie der Gewinner dieser Challenge nähergebracht. Nachdem wir in Zweiergruppen so viele Aufgaben wie möglich gelöst hatten, wurde uns am Ende die primäre Vorgehensweise gezeigt, also wie die bekannten Bewertungen unterteilt wurden und daraus schließlich die Unbekannten herausgefunden werden konnten. Zum Schluss erklärte die Workshopleitung was genau Maschinelles Lernen ist und was Strategien des überwachten Maschinellen Lernens sind.

Der Workshop 10 “Naturwissenschaften, und wie sie die Welt verändern: Ohne Werkstoffe gibt es keine Erfindungen, auch nicht in der Online-Welt” thematisierte die Entwicklung des naturwissenschaftlichen Verständnisses. Der Workshop wurde nach einer kurzen Vorstellung aller Beteiligten durch eine Folie über Leonardo da Vinci, einen der bedeutendsten Universalgelehrten des 15.Jahrhundert, eröffnet. Dessen erste Luftschraube wäre kaum flugfähig gewesen, die fehlenden Materialien würden dem Fliegen zum Verhängnis werden. Ein ausreichend starker Antrieb fehlte auch noch. Ein so leichtes und gleichzeitig stabiles Material für Hubschrauber ist Aluminium. Es folgte eine Erklärung des Einflusses der Gitterstruktur eines Werkstoffes auf seine Eigenschaften am Beispiel des Aluminiums. Nach diesem theoretischen Grundlagenexkurs kamen wir zu einem konkreten Werkstoffbeispiel: die Nitinol-Legierungen mit Formengedächtnis. Die Workshopleitung bestehend aus zwei Lehrpersonen des MINT-Kollegs des KIT, erklärte auch diese Technik anschaulich und leicht verständlich. 

Als letztes gab es noch eine Vorstellung einer Schüler*innen-Veranstaltungsreihe und die Verabschiedung des Vorstandsvorsitzenden des MINT-ECs, Herrn Gollub, womit die achtstündige Veranstaltung beendet wurde.

Als Resümee kann man sagen, dass es allen Beteiligten viel Spaß bereitet hat, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, neue Methoden kennenzulernen und allgemein viel Neues zu erfahren. Trotzdem hoffen wir zukünftig solche MINT-Veranstaltungen wieder in Präsenz besuchen zu können. Für alle MINT-Interessierten ist diese Veranstaltung sehr empfehlenswert.

Ilana L. und Jonas S. (Q2)