Fahrtenbericht Amsterdam–Kursfahrt
Nach der ersten Schulwoche ging es für den Geo-LK in Begleitung des Bio-, Politik- und Deutsch-LKs in das Land der Fahrräder und des Käses. Genauer gesagt nach Amsterdam, bekannt für das Rotlichtmilieu und den leichten Zugang zu harten Drogen. Im Laufe unserer Kursfahrt lernten wir allerdings eine ganz andere Seite Amsterdams kennen: eine wunderschöne künstlerische und architektonische Seite. Allerdings lernten wir über die fünf Tage auch die Schattenseiten dieses Reichtums kennen und die Spuren des Nationalsozialismus in Amsterdam.

Am Montag, den 31.8., trafen sich um 6:45 Uhr 34 übermüdete Jugendliche. Nach ca. 7:30 Std. kamen wir überraschenderweise ohne Verspätung in Amsterdam an. Die erste Begegnung mit dem vielen Radverkehr und den riesigen Fahrradgaragen löste bei uns allen großes Erstaunen aus. Nach etwas Freizeit hörten wir uns gemeinsam einen ausführlichen Vortrag über die Stadtgeografie Amsterdams an. Dabei wurde uns erklärt, welche Auswirkungen die Bereiche Wohnungsmarkt, Verkehr und Tourismus auf die Stadtstruktur Amsterdams haben. Besonders spannend fand ich die erwähnte Wohnkooperative, welche in einem Neubaugebäude Mieten 30 % unter dem Amsterdamer Mietenspiegel ermöglicht. Schließlich konnten wir um 19:00 Uhr unseren großen Hunger im Hostel stillen.
Der zweite Tag begann mit einem Frühstück um 7:30 Uhr, was uns nicht half, den Schlafmangel vom Vortag aufzuholen. Das war uns allerdings egal, denn wir freuten uns alle auf die Grachtenfahrt durch Amsterdams Kanäle und die erstaunlich schöne Architektur. Dabei lernten wir durch unseren Audioguide viel über die Grachten Amsterdams und deren Wichtigkeit für den niederländischen Handel. Nach einer einstündigen Mittagspause hörten wir uns zwei Vorträge des Politik-LKs an, einerseits über die Regulation von Airbnbs in Amsterdam und andererseits über das politische System der Niederlande.


Kurz nach Anfang des zweiten Vortrags besuchte uns ein beängstigend großer Millitärhubschrauber welcher unglaublich viel Lärm erzeugte und eine richtige Flugshow hinlegte. Um 14:00 Uhr ging es dann weiter mit einer Stadtrallye, welche uns wirklich an unsere körperlichen Grenzen brachte. Wir lernten zwar viel über das schmalste Haus Amsterdams und über den Hauptbahnhof und wurden kurzzeitig zu Poetinnen/Poeten, allerdings mussten wir dafür oft quer durch die Innenstadt laufen. Umso schöner war anschließend das Abendessen im Hostel, ebenso wie die Siegerehrung der Stadtrallye-Gewinner*innen.


Mit dem Frühstück um 9:00 Uhr am dritten Tag unserer Reise konnte der Politik- und Deutsch-Kurs mit mehr Energie das Van-Gogh-Museum besichtigen. Nach einer langen Freizeit, welche mit dem weitläufigen Erkunden von Amsterdam, Chillen im Hostel und den letzten Vorbereitungen für den Vortrag genutzt wurde, hörte sich der Bio- und Geo-LK im Botanischen Garten einen Vortrag über das Ökosystemmanagement der Nordsee an, während der Politik- und Deutsch-Kurs ihre Freizeit genießen konnten. Nach dem Erkunden und Bestaunen der wunderschönen Schmetterlinge, fleischfressenden, kleinen, elefantengroßen, stacheligen und pelzigen Pflanzen, aus aller Welt und allen Ökosystemen stellte eine Gruppe des Bio-LKs die Evolution des Menschen vor. Nach der Ankunft im Hostel gaben die Burger dem letzten Abendessen im Hostel und dem entspannten Tag einen schönen Abschluss.
Der letzte volle Tag brach nach dem Frühstück mit einem erschütternden Vortrag an. Es wurde von einer Gruppe des Deutsch-Kurses die Geschichte von Anne Frank vorgestellt, welche uns auf den folgenden Besuch des Anne-Frank-Hauses vorbereitete. Der Besuch und die Informationen des Audioguides waren sehr überwältigend. Es hat uns alle sehr beschäftigt und nachdenklich gemacht. Nach der üblichen Mittagspause bis 14 Uhr hörten wir einen Vortrag des Geo-LKs über den Kolonialismus der Niederlande. Dabei wurde der Zusammenhang zwischen dem Kolonialismus und dem Reichtum sowie den imposanten Gebäuden des Hauptbahnhofs und des Rathauses erklärt. Der Kolonialismus der Niederlande fand hauptsächlich in Indonesien statt, aber auch in Afrika, Asien und Südamerika. Wir lernten allerdings auch über die sehr große Aufarbeitung des „kolonialen Erbes“ der Niederlande. Denn Amsterdam besitzt eine ausgiebige Ausstellung über das koloniale Erbe im Wereldmuseum. Im letzten Museum verbrachten wir dort besonders viel Zeit und hatten viel Spaß mit den interaktiven Spielen der Ausstellung.

Als gemeinsamen letzten Abend wurden wir in ein Pfannkuchen Restaurant gebracht. Dabei bestellten wir süße Pfannkuchen mit Eis oder Schokolade, deftige Pfannkuchen mit Käse und Pilzen und vieles mehr. Nach dem Essen trennten wir uns am Restaurant und verbrachten den Abend draußen oder im Hostel. Durch eine Diskussion am Vortag konnten wir die Nachtruhe auf 23 Uhr erhöhen, anstatt 22 Uhr. Dies wollten wir natürlich alle auskosten und konnten dadurch nicht ganz die Nachtruhe einhalten. Es war eben die letzte Nacht.
Am Tag unserer Abreise konnten wir nach dem klassischen Frühstück um neun Uhr und dem Check-out um 10:30 Uhr den Vormittag frei verbringen. Ohne Zimmer, in denen wir uns aufhalten konnten, spielten wir exzessiv Billard. Andere Jugendliche gingen auch ein letztes Mal shoppen für Käse oder andere Mitbringsel für die Familie. Oder es wurde der Schlaf nachgeholt, welcher in der letzten Nacht nicht sehr hoch ausgefallen war. Die Abreise begann mit einer geplanten Verzögerung, weil wir nicht durch die elektrischen Ticketkontrollen kamen. Obwohl wir das Ticket hatten, ließ es sich leider nicht benutzen, um in den Hbf. zu gelangen. Mit großer Freude der Lehrkräfte konnten wir uns nach langer Wartezeit im Bahnhof um ca. 15 Uhr in unsere Sitze des ICEs fallen lassen und die Rückfahrt irgendwie überstehen. Wir tauschten uns viel über die vergangenen Tage aus, spielten stundenlang Schach, hörten laut Musik und vieles mehr, um die Zeit bis ca. 23 Uhr totzuschlagen. In Berlin sind wir allesamt heilfroh, mit nur einer erkrankten Person und einer kleinen Kopfverletzung, nach fünf Tagen Amsterdam angekommen zu sein.
Abschließend fand ich, dass die Kursfahrt eine sehr wichtige Erfahrung war. Ich hatte das Gefühl, mich nach so viel Zeit bestens mit Amsterdam, der Geschichte, den Problemen und den tollen Innovationen auszukennen. Besonders hat mir das Anne-Frank-Haus gefallen, welches ich nur empfehlen kann. Obwohl es eine wirklich herzzerreißende Geschichte ist, habe ich viel für mich mitgenommen und in Erfahrung gebracht. Ich muss allerdings zugeben, dass es oft sehr anstrengend war. Der Stress um den Vortrag war leider bei vielen hoch. Trotzdem bin ich dankbar für unsere begleitenden Lehrkräfte Frau Bublies, Frau Kleinhans und Herrn Ullrich, welche sich trotzdem die Mühe gemacht haben, Freizeit und Erholung einzubauen, ebenso wie die Verantwortung für 34 Jugendliche zu übernehmen.
(Yanis A. / Geo-LK 12)


